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Osnabrück, 06./07. März 2010
„Chronischer Schmerz“ –
Zentrales Thema des 6. Bundesweiten Betriebsärztetages

Schirmherrin: Mechthild Ross-Luttmann (Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit)

Zu diesem Thema fanden sich über 200 Betriebs-, Hausärzte und Fachärzte sowie Ingenieure, Sicherheitsbeauftragte und Vertreter von Berufsgenossenschaften, Gesundheitsämtern und Versicherungsträgern in der OsnabrückHalle anlässlich des 6. Bundesweiten Betriebsärztetags ein.


In ihrem Grußwort an die Teilnehmer betonte Frau Dr. Ursula von der Leyen die herausragende Bedeutung der Arbeitsmedizin und des Arbeitsschutzes, um einer stetig älter werdenden Arbeitnehmerschaft ein zufriedenes und gesundes Arbeitsleben bis zum Eintritt in das Rentenalter zu ermöglichen. Zu diesem Zweck sei es notwendig, dass die beteiligten Berufsgruppen in aktiver Zusammenarbeit mit den versicherungstechnischen und politischen Einrichtungen ihr spezielles Augenmerk auf arbeitsmedizinische Präventionsmaßnahmen legen, so dass jeder Betrieb und jeder Arbeitnehmer Nutznießer einer neuen Arbeitskultur werden, in der die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer oberste Priorität habe.


Betriebsärzte in Schlüsselposition bei Rückenschmerzen
Vor diesem Kontext erläuterte Prof. H.-R. Casser (DRK Schmerzzentrum Mainz) die „Möglichkeiten der Prävention und der Rehabilitation chronischer Schmerzen im betrieblichen Kontext“: Statistische Erhebungen zeigen, dass Rückenschmerzen hierbei am häufigsten auftreten. Unabhängig von nicht klar diagnostizierbaren, pathologischen Ursachen müssen derartige Schmerzen von den Ärzten ernst genommen werden, da sie häufig auf psychischen oder sozialen Missständen im Leben der Betroffenen zurückzuführen sind. Gerade in der derzeitigen Situation eines immer härter werdenden Arbeitsmarktes, der sich durch Arbeitsdruck und Mobbing auszeichnet, nimmt der Betriebsarzt als Ansprechpartner für Arbeitnehmer, die unter chronischen Schmerzen leiden, eine Schlüsselrolle ein. Zum einen kann der Betriebsarzt in Arbeitswelten, die chronische Schmerzen begünstigen, präventive Maßnahmen im Rahmen der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) initiieren, zum anderen übernimmt er bei bestehenden chronischen Schmerzen die Aufgabe, das betriebliche Eingliederungsmanagement zu steuern.


Diesem Duktus folgend benannten weitere Schmerzexperten die modernen Klassifizierungen von Schmerzen und hoben die Bedeutung der multiprofessionellen Therapie chronischer Schmerzen hervor. Exemplarisch für diesen multimodalen Behandlungsansatz, der den betroffenen Schmerzpatienten in der Mehrzahl Hilfe bietet, stellte sich das Schmerzzentrum Hopfen am See vor.


Rahmenprogramm
Neben dieser Thematik wurden die Teilnehmer des Kongresses über die neuesten Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten dermatologischer Erkrankungen und chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen informiert, die zumeist in der Arbeitswelt erworben oder von dieser begünstigt werden. Des Weiteren wurden auch aktuelle Themen behandelt, wie z. B. Verlauf und Aussicht der Grippe A/H1N1, Entwicklungen sektoren- und berufsübergreifender Kooperationen im Gesundheitswesen sowie betriebsarztspezifische Fragestellungen zu Impfungen oder zur Abrechnung von betriebsärztlichen Leistungen.


Die Ausstellung zahlreicher Dienstleister und Produktvertreter, bei denen sich die Tagungsgäste über neue Untersuchungsgeräte, medizinische Präparate und Dienstleistungen im arbeitsmedizinischen Bereich informieren konnten, bildete einen gelungenen Rahmen für die Pausen zwischen den Beiträgen und Seminaren. Auf dem abendlichen Programm wurden die Teilnehmer von einem Nachtwächter durch die Stadt in Osnabrücks einzige Bierbrauereikneipe „Rampendahl“ geführt, wo alte Kontakte gepflegt und neue in geselliger Runde geknüpft wurden.

Angesichts der Bedeutsamkeit der Themen für die moderne Arbeitswelt und bestärkt durch den regen Zulauf bereiten Dr. med. Uwe Ricken und Dipl.-Min. Silvester Siegmann, die wissenschaftlichen Leiter der Fachtagung, schon jetzt den 7. Bundesweiten Betriebsärztetag vor, der im kommenden Jahr am dritten Februarwochenende, 19./20. Februar 2011, in Osnabrück stattfinden wird.

10.03.2010, Dajana Bajkovic
Pressesprecherin des BsAfB

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